Herr der Töne

Noten Lesen


Noten Lesen ist für die meisten Schüler eine Qual. Die Angst was falsch zu machen ist groß, die detaillierte Symbolik der Notenschrift überfordernd. Dabei ist das Erkennen der Tonhöhe eigentlich kein Hexenwerk:
Die vertikale Lage der Note innerhalb der 5 Notenlinien gibt ihre Tonhöhe an. Ein Pianist muss also zum Beispiel im Violin- und Bassschlüssel jeweils etwa 25 Notenpositionen kennen und den entsprechenden Tasten zuordnen können. Objektiv betrachtet ist das also nicht mehr, als 50 Vokabeln zu lernen. Die meisten Schüler schaffen das in wenigen Tagen oder Wochen.
Warum wirkt das Lernen des Notenlesens aber oft so unüberwindbar? Die Probleme beim Lesen sind recht individuell und in der Regel voll von Missverständnissen und geprägt von gut gemeinten, aber oft unnötig komplizierten Erklärungen. Das Abzählen von Note zu Note ist ein weit verbreiteter Trick, der den Schülern Sicherheit gibt, die nächste Note auch wirklich richtig zu spielen. Aber diese Vorgehensweise bremst das Lesen enorm aus!
Ich denke ein viel besserer Weg ist schnelles assoziieren: Wir sehen die Note und bekommen sofort ein Bild der Taste oder des Griffes in den Kopf, auf vielen Instrumenten verbunden mit einer körperlichen Vorstellung (z.B. Lippenspannung bei Blechbläsern). Um das zu erreichen, müssen wir das "Denken" beim Lesen überlisten und den Instinkt schulen. Eine mögliche spielerische Übung dazu werdet ihr bald in Form einer App für iOS kennenlernen, die euch fortlaufend neue Töne präsentiert, die ihr auf eurem Instrument spielen müsst. Mit abzählen und nachdenken werdet ihr keine hohen Punktzahlen erreichen. Allerdings bin ich schon sehr gespannt, was ihr nach etwas Übung so erreicht!