COS Schwedt2018-10-31T14:34:00+00:00

COS Schwedt – COStprobe

Im Schuljahr 2017/2018, meinem ersten Jahr in Schwedt/Oder, hatte ich das erste mal die Gelegenheit Tonstudio-Unterricht zu geben. Dieses spezielle Angebot unserer Musik- und Kunstschule besuchten zwei Schüler. Glücklicherweise spielten auch noch beide in der gleichen Band: COS Schwedt.

Hannes Urbanowicz (Schlagzeug), Jakob Goldfuß (Bassgitarre) und Dominik Saß (Gesang, E-Gitarre) hatten somit die großartige Chance, das Tonstudio sowohl aus der Regie als auch vom Aufnahmeraum aus zu erleben. Im folgenden erfährst du, was wir unterwegs alles erlebt haben.

Die ersten Songs „Nur wir“ und „Gib mir nur ein Bier“ spielte die Band gemeinsam im Aufnahmeraum, während ich die Aufnahme leitete. Für die Songs „Heute“, „Du musst perfekt sein“ und „Steht auf“ wählten wir einen anderen Weg: zuerst Schlagzeug, dann Bass, gefolgt von den Gitarren und schließlich der Gesang. Nun waren die Jungs also selbst gefragt.

So lernten sie an mehreren Terminen neben einigen Techniken zur Mikrofonierung auch typische Fehlerquellen im Signalweg und die großen Hürden der Kommunikation kennen. Setzt der Musiker seinen Kopfhörer ab, kann man ihn von der Regie aus nicht mehr ansprechen. Vergisst man den Talkback-Knopf zu drücken, wird man ebenso wenig gehört 😉 Spricht der Musiker ins Mikrofon und wir haben es in der Regie stummgeschaltet, hören wir ihn nicht. Was anfänglich noch ein Krampf war, wurde mit jeder Aufnahmesession selbstverständlicher und es entstand ein angenehmer, flüssiger Arbeitsablauf.

Doch die technischen Hürden der Kommunikation sind nicht die einzigen! Man muss sich auch mit seinen Songs hervorragend auskennen. Und bisher wurden sie nur mit der kompletten Band geprobt und aufgeführt. So kamen Fragen auf wie: „Ist das eigentlich Strophe, Bridge oder C-Part? Spiele ich in dem Abschnitt schon mit? Wie lang ist unser Intro, 8 oder 16 Takte? Passt eigentlich mein Bass und dein Schlagzeug zusammen? In diesem Teil wäre ein Klavier noch schön, darf man das im Studio, wenn man Live gar keins dabei hat? Was singst du da eigentlich, das hab ich noch nie verstanden!“

Im darauffolgenden Mixing-Prozess mussten wir wichtige Fragen zum Klang beantworten: Welche Elemente sollen im Vordergrund stehen, wie bekommen wir den Klang fetter und knalliger, wo passen Echos oder Telefoneffekte, wie können wir eine leer klingende Stelle besser ausfüllen? Das Ergebnis unserer Mühen haben die Jungs digital veröffentlicht und bei Spotify bisher schon über 350.000 Klicks erzielen können (Stand August 2018)! Unglaublich! Viel Spaß beim Hören!